Berlin/Köln-Porz, 15.12.2025
GOVSATCOM-Hub wird ein zentraler Pfeiler der europäischen Sicherheitsarchitektur
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) haben eine Verwaltungsvereinbarung zum Aufbau des europäischen GOVSATCOM-Hubs (Governmental Satellite Communications)unterzeichnet. NRW beteiligt sich mit 50 Millionen Euro an der neuen Infrastruktur, die ein wichtiger Baustein für die EU-Raumfahrtprogramme zur sicheren Satelliten-kommunikation GOVSATCOM und IRIS² sein wird. Der GOVSATCOM-Hub ist ein zentraler Netzwerkknoten und essenziell für die Sicherheit Deutschlands und Europas: Hier erfolgt das Pooling & Sharing sicherer Satellitenkommunikationsdienste für besonders wichtige und sensible Einsätze etwa bei Krisen, im Katastrophenschutz oder für den Schutz kritischer Infrastrukturen. Der Hub entsteht auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz.
Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär:
„Ohne Deutschland ist europäische Raumfahrt und Satellitentechnologie nicht denkbar unsere Zukunft wird auch im All verteidigt. Wir übernehmen Verantwortung für eine sichere und souveräne europäische Satellitenkommunikation. Der GOVSATCOM-Hub in Köln wird ein zentraler Pfeiler der europäischen Sicherheitsarchitektur. Er bringt modernste Infrastruktur sowie Technologie nach Deutschland und wird ein Motor für Innovation, neue Arbeitsplätze und internationale Zusammenarbeit sein.“
Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur erklärt:
„Ein starkes und unabhängiges Europa braucht sichere Kommunikation gerade in Krisen. Der GOVSATCOM-Hub in Köln sorgt dafür, dass wichtige Daten zuverlässig geschützt aus dem All übertragen werden. Damit stärken wir unsere gemeinsame Sicherheit und machen Nordrhein-Westfalen zu einem zentralen Standort der europäischen Raumfahrt. Das schafft Innovation, gute Jobs und eine zukunftsfeste Wirtschaft.“
Hintergrund
Mit dem GOVSATCOM („Governmental Satellite Communications programme“)-Programm sorgt die Europäische Union dafür, dass Behörden und Einsatzkräfte zuverlässig und sicher per Satellit kommunizieren können zum Beispiel bei Naturkatastrophen, in Krisengebieten, bei der Überwachung von See- oder Landesgrenzen, bei Einsätzen in außereuropäischen Gebieten oder für diplomatische Einrichtungen.
Der GOVSATCOM-Hub in Köln verbindet die hoheitlichen Nutzerinnen und Nutzer mit bereits vorhandenen Satellitenressourcen und koordiniert die sichere Bereitstellung der Kommunikationsdienste. Dadurch bleiben Behörden und behördliche Hilfsorganisationen auch dann handlungsfähig, wenn herkömmliche Kommunikationswege ausfallen, gestört oder überlastet sind.
Parallel entwickelt die EU die neue Satellitenkonstellation IRIS² („Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite“). Sie wird aus hunderten Satelliten bestehen und leistungsfähige, sichere Kommunikation ermöglichen auch in Regionen ohne terrestrische Netzabdeckung. Die Dienste von IRIS² sollen künftig ebenfalls über den GOVSATCOM-Hub bereitgestellt werden. Deutschland übernimmt damit eine Schlüsselrolle für die moderne Satellitenkommunikation in Europa.
Mit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung und der Entscheidung für den Standort Köln-Porz beginnt nun die konkrete Aufbauphase. Das DLR-Gelände bietet dafür ideale Voraussetzungen: Es verfügt über eine starke Forschungslandschaft, hochmoderne Infrastruktur und ein breites Netzwerk von Raumfahrtpartnern.
(Quelle: Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt)